Meditatives Gewindeschneiden


Leider sind noch immer nicht alle Teile da, insofern konnte ich diese Woche nicht wirklich große Fortschritte machen.

Mechanik: Gewindeschneiden und Dibond

Anfang der Woche kamen schliesslich auch die Aluprofile. In die meisten Profile müssen auf der Stirnseite Gewinde geschnitten werden - einen recht hochwertigen Satz M5-Handgewindeschneider hatte ich mir schon bestellt. Leider ist der zweite Gewindeschneider beim ersten Einsatz sehr seltsam in der Mitte der Schneidkante abgeschert.

Da ich nicht mit roher Gewalt oder ohne Schmiermittel gearbeitet habe, gehe ich von einem Materialfehler aus. Trotzdem ärgerlich — schließlich konnte ich nicht weiterarbeiten. Das kaputte Set also zurück zu Amazon, und gleich dort den Satz identisch nochmal bestellt. Amazon hat gewohnt schnell den ersten Satz rückerstattet.

Ich war dann diese Woche recht lange mit dem Schneiden der Gewinde beschäftigt. Das ist fast schon meditativ: Eigentlich total langweilig, gleichzeitig muss man sich konzentrieren, um den Schneider nicht abzubrechen. Egal, es ist vollendet.

Anfang der Woche kamen auch die Dibond-Reststücke an, aus denen ich mir einige Halteteile und auch das Y-Bed bauen wollte. Mein erster Kontakt mit Dibond: Cooles Material. Ziemlich verwindungssteif, gleichzeitig mit der Stichsäge sehr gut zu schneiden (Sägeblatt: Bosch T101 B) und einfach zu bohren. Mit einer improvisierten Führungshilfe gelingen auch schnurgerade Schnitte. Die Platten lassen sich mit einem HSS-Bohrer auch recht einfach bohren. Ich habe also neben dem Y-Bed gleich eine Halterung für die Elektronik gebastelt:

Elektronik: Halterung und Test

Schließlich wollte ich auch noch einen Teil der Elektronik testen. Beim Lesen der Sanguinololu-Dokumentation wurde ich auf einen Fehler der Platine aufmerksam: Die 5V-Rail der Platine und V-USB sind kurzgeschlossen. Da der Spannungsregler des Sanguinololu bei einer kleinen Abweichung gegen den Spannungsregler des USB-Hubs arbeiten muss, ist das eine sehr unkluge Konstellation. Ich bin daher Nopheads Empfehlung gefolgt und habe die Verbindung zwischen VUSB und der 5V-Rail mit einem Cuttermesser getrennt:

Danach stand dem Verkabeln und dem Aufbau nichts mehr im Weg. Ich habe also die Pololu-Schrittmotortreiber fast ganz heruntergeregelt, drei Schrittmotoren und die Versorgungsspannung angeschlossen und Printrun auf einem Laptop installiert. Die Verbindung mit der vorinstallierten Marlin-Firmware klappte auf Anhieb. Aber: Die Firmware konnte keine Extruder-Temperatur auslesen (klar, kein Sensor angeschlossen) und ging in einen "Ich mach gar nix, das ist komisch hier"-Modus. Üblicherweise sind 100k Epcos-NTCs als Temperatursensoren in den Extrudern verbaut. Ich habe zur Überbrückung also einfach einen 15k-Widerstand "montiert":

Die Firmware liest nun eine Temperatur von ca. 73 Grad Celsius aus. Das war ausreichend, um das erste Mal die Schrittmotoren zu drehen (OK, die Kalibrierung stimmt hinten und vorne nicht, die Endstops fehlen auch). Aber hey, sie drehen sich!


Mathias Dalheimer

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